Web-Navigation im mobilen Zeitalter


Mobile Geräte als Taktgeber im Web
Das Web wird mobil, bereits über 50% der Websites weltweit werden laut Google-Statistik von mobilen Geräten wie Mobilephones und Tablets angesteuert. Diese Geräte haben dadurch einen sehr starken Einfluss auf unsere Gewohnheiten - ein Beispiel ist das Scrollverhalten. Aber auch bei der Navigation ist der Trend zur Vereinfachung spürbar, einfache Symbole werden öfters anstelle der klassischen Navigation eingesetzt. 

Das Hamburger-Menü - pro und contra
Wer kennt das Icon mit drei waagerechten, parallel zueinander platzierten Strichen nicht? Es symbolisiert eine Menüliste und kommt vorallem auf mobile Geräten zum Einsatz. Die witzige Bezeichnung entstand, weil das Icon mit den drei Lagen eines Hamburgers assoziiert werden kann.

Historisch hat das Icon seinen Ursprung bereits 1981 im Xerox Star, einer der ersten Workstations mit grafischer Benutzeroberfläche. Der Designer Norm Cox war damals für die grafische Gestaltung des Systems einschließlich der Icons verantwortlich.

Dieses Icon fasst meist sämtliche Navigationspunkte zusammen, der grösste Vorteil daraus ist sicher der Platzgewinn. Hierzu sind bereits heftige Diskussionen unter Web- und UX-Designern im Gange, manch einer wünscht sich den Hamburger verbannt. Wirklich relevante Erkenntnisse liefern nur Usability-Tests (mittels A/B-testing oder Eye tracking). Und da schneidet das Hamburger-Menü vergleichsweise schlecht ab. 

Diese Tests haben gezeigt, dass das Hamburger-Menü bei seiner Einführung zu einem Rückgang des User-Engagements von 50 Prozent führte. User «irrten» mehr herum und kamen nicht zum gewünschten Inhalt. Das Hamburger-Icon wird also längst nicht von allen verstanden. Insbesondere Personen aus Ländern mit weniger mobiler Verbreitung kennen die Bedeutung des Icons praktisch nicht.

Fazit: Usability first
Die Benutzerfreundlichkeit ist das A und O einer Website. Der Besucher möchte möglichst einfach und schnell zum gewünschten Ziel kommen. Dazu gibt es kein universales Erfolgskonzept. 

Der Hamburger hat seine Berechtigung bei engen Platzverhältnissen, also speziell im Mobile-Bereich oder bei Apps. Wichtige Funktionen sollten allerdings immer sichtbar und ansteuerbar bleiben. Dies lässt sich manchmal auch mit einer Kombination aus Text und Icons lösen. Generell sollten Navigationspunkte auf eine möglichst kleine Anzahl reduziert werden.